Wo Neugier Wurzeln schlägt
Unser Körper ist ein Garten,
und unser Wille ist der Gärtner.
William Shakespeare
Angela – Kräuter, Körper & Küche
Ich bleibe an Dingen hängen, an denen andere vorbeigehen.
Es gibt Menschen, die gehen spazieren, um den Kopf freizukriegen. Ich bin die, die plötzlich stehen bleibt, ein Blatt abpflückt, zerreibt, dran riecht und sagt: „Das hier kann mehr als deine halbe Hausapotheke.“
Ja, ich bin genau die. Die, die nebenbei bemerkt: „Siehst du das Grün da? Das triffst du später im Badregal wieder, nur mit Etikett und Duftstoff.
Wie das passiert ist
Ich bin zwischen Waldrand, Gemüsegarten und einer Küche groß geworden, in der Rezepte eher Vorschläge waren als Regeln.
Während andere gegessen haben, habe ich beobachtet: Warum macht das eine Essen müde und das andere wach? Warum fühlt sich die eine Creme nach Haut an und die andere nach Plastikfolie? Und wieso nennen wir Pflanzen „Unkraut“, aus denen man halbe Hausapotheken bauen kann?
An irgendeinem Punkt war klar: Ich will wissen, was ich da esse, trinke, auftrage. Und was mein Körper dazu sagt. Nicht, was auf der Verpackung steht.
Unterwegs mit mir
Stell dir vor, wir gehen zusammen einen Weg entlang, irgendwo zwischen Feldrand und Waldrand. Du siehst einen grünen Streifen am Wegesrand, ich sehe Zutatenliste, Anwendung und Nebenwirkungen. Du erkennst Löwenzahn, ich denke: Leber, Mut, Durchhaltevermögen … und vielleicht Salat.
Wenn du bei mir vorbeikommst, kann es sein, dass auf der Arbeitsplatte Gemüse neben wilden Blättern liegt, im Topf etwas kocht, das verdächtig grün ist, und auf dem Tisch ein Teller steht, zu dem ich sage: „Schau nicht so. Probier erst. Danach reden wir.“
Oft läuft es so ab:
Biss.
Pause.
Augenbraue hoch.
„Okay. Was ist da drin?“
Genau für diesen einen Moment schleppe ich Kräuter, Ideen und Rezepte in mein Leben.
Was ich eigentlich mache
Vegan leben, kochen, mit Wildkräutern experimentieren, Naturkosmetik entwickeln … das ist bei mir kein Hobbyregal, das ist Alltag.
Ich habe ein ziemlich genaues Radar für Dinge, die deinem Körper gut tun –
und für die, die vor allem gut aussehen.
Dein Körper funkt ständig: über Haut, Schlaf, Bauch, Stimmung. Die meisten stellen auf stumm. Ich nicht.
Mit Menschen lande ich selten nur in der Küche. Wir stehen auch im Kräuterbeet, sortieren einen Badezimmerschrank aus
oder stellen beim Reden fest, dass dein „Ich hab keinen Hunger“ eher nach Terminkalender klingt als nach Körpergefühl … und dein Hunger und dein Kalender seit Jahren unterschiedliche Sprachen sprechen.
Ich mag es, wenn dir plötzlich auffällt:
„Stimmt, das mache ich seit Jahren so … und wundere mich, warum mein Körper funkt wie WLAN mit Störung.“
Worum sich bei mir alles dreht
Ich liebe einfache Dinge mit echtem Effekt: eine Handvoll Wildkräuter im Essen, eine selbstgerührte Salbe, ein Spaziergang, bei dem du mehr mitnimmst als Schritte auf der Uhr.
Keine Wunder, keine großen Versprechen. Ich mag den Moment, in dem klar wird: Dein Körper, dein Alltag und die Natur sind kein Gegenspieler-Trio, sondern ein gutes Team, das wieder Seite an Seite spielt.
